Nebel/Fog | St. Florian-Ortsteil Tillysburg , Linz-Land, Upper Austria, Austria. 2019. No.: D896
Nebel/Fog | St. Florian-Ortsteil Tillysburg , Linz-Land, Upper Austria, Austria. 2019. No.: D896

Ein früher Morgen Anfang Oktober, es war nebelig, sehr nebelig. Der Blick aus dem Fenster in Richtung Wald lies mich wissen, dass die Landschaft in dicken Nebel getaucht war. Normalerweise beginnt der Tag mit einem Kaffee, dem Notizbuch und drei Seiten Gedankenfluss. Nicht so an diesem Morgen. Der Nebel rief, ein Kaffee musste es aber doch sein, wenn auch ein schneller an diesem Morgen.

Gut ist es, wenn das Fotozeugs nicht erst eingeräumt werden muss. Noch besser, wenn man nicht nachdenken muss wo das Stativ herumliegt. Üblicherweise liegt es bereit im Kofferraum. So auch an diesem Tag. Warm anziehen war angesagt. Warme, lange Unterwäsche war an diesem Morgen gar kein Fehler. Dünne Handschuhe sind ja sowieso immer im Rucksack, sobald das Wetter anfängt herbstlicher zu werden und sich in Richtung Winter bewegt.

Mann, Ausrüstung alles war fertig - los ging es. Was ich in diesem Moment noch gar nicht überlegt hatte - wohin wollte ich eigentlich fahren? Bei diesem Nebel gab es quasi an jeder Ecke bei uns am Land Motive. Trotzdem stellte sich die Frage wohin? Doch es gab einen Ort, eine Stelle, keine fünf Kilometer von mir entfernt, die mich schon länger beschäftigte. Eine Allee, die gleich von Anfang an gerufen hatte „fotografier mich“. Ein Glück, das mir diese Allee seit knapp zwei Wochen wieder im Kopf präsent war. Bin ich doch erst vierzehn Tage davor mit einem meiner Teilnehmer* (Stefan) dort unterwegs zum lockeren gemeinsamen Fotografieren an einem Nachmittag gewesen.

Das Ziel war somit klar, es ging zur fünf Km entfernten Allee.

Oh ja, der Nebel machte aus diesem Ort an diesem Morgen wirklich etwas besonderes. Viel interessanter als bei meinem Besuch vor zwei Wochen. Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde „genau“ dieses Bild hatte ich immer vor Augen. Nein, so war es nicht. Diese Allee hatte immer auf einer Motiv-Skala von 1 bis 10, eine 8 und war somit ein wahrscheinlich fotografisch lohnendes Ziel. Die Situation, die ich an diesem Tag vorfand bestätigte meine 8. So einfach war ich schon lange nicht mehr zu einem wirklich schönen Motiv gekommen. Die Tatsache, dass ich an diesem Morgen zum ersten mal meinen neuen Getriebeneiger im Einsatz hatte, versüsste mir die handwerkliche Arbeit beim Fotografieren noch. Kein Vergleich beim feinen Einstellen und justieren der Kamera, ganz im Gegensatz zur Verwendung meines Kugelkopfes.

Wie lange hat es gedauert bis zur Aufnahme, die dann die Grundlage für das Bild No.: D896 lieferte?

Lange hatte es nicht gedauert. Normalerweise ist der Weg zu guten Landschaftsaufnahmen bei vielen Fotografen* ja immer ganz „besonders“ mühsam. An diesem Morgen war es das nicht. Vom Eintreffen bis zum finalen Ausschnitt und dem entstandenen digitalen Negativ waren es knapp 10min. Alles hat zusammengepasst, die Bäume, der Weg, der Nebel und das wenige Licht, das seinen Weg durch den dichten Nebel fand.

Das Bild war gemacht.

Knapp 3 Stunden später, noch vor dem Mittagessen, war das Bild dann auch digital fertig. War auch für mich schnell. Denn in letzter Zeit liegen meine digitalen Negative schon mal ein paar Wochen auf der faulen Haut. Erst dann fange ich an, mal darüber zu sehen und das eine oder andere Bild zu entwicklen. Nicht so an diesem Tag.

Drei Tage später fand die digitale Datei dann Ihrem Weg über den Drucker auf entsprechendes Papier. Einfach nur gut.

Euer Herbert


Texthinweis: Dieser und andere Texte stellen meine ganz persönlichen Meinungen und Erfahrungen dar und werden von mir immer absolut subjektiv wiedergegeben. Klar dabei ist, dass weder ich, noch irgendjemand anderer einen Anspruch auf die ultimative Wahrheit hat. Mit Teilnehmer/Fotografen* sind hier weibliche als auch männliche TeilnehmerInnen u. FotografInnen angesprochen. Gleichberechtigung hat nichts mit dem "gendern" von Texten zu tun.
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