42.2 Digital Vintage - Auf Motivsuche in Aperture...

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Vor ein paar Wochen ist es offiziell geworden, Aperture ist ab der nächsten macOS Version von Apple nicht mehr lauffähig. Auf gut Deutsch bedeutet es, dass sich das Programm nicht mehr starten lässt unter den Nachfolgern des derzeitigen macOS Mojave.

Falls sich jetzt jemand wundert nichts davon gehört zu haben, so ist das ganz in Ordnung. Denn diese Meldung hat im Netz keine großen Wellen geschlagen. Warum auch?
Fotografen und Fotografinnen, die heute noch Aperture benutzen dürfte es nicht mehr allzu viele geben. Apple hatte bereits vor vier Jahren die Weiterentwicklung hochoffiziell eingestellt.
Die meisten die damit gearbeitet hatten, waren bis heute ohnehin schon lange zu Lightroom, Capture One oder anderen Programmen gewechselt.

Da ich gerne mit dieser Software an meinen Bildern gearbeitet hatte, ist das endgültige Aus dafür zwar schade, aber jammern und heulen hilft da auch nichts mehr, persönliche Lieblingssoftware hin oder her. Aus hardware- und softwaretechnischer Sicht könnte mir das auch im Moment egal sein, bin ich doch bei beiden noch ziemlich weit von der derzeit aktuellen macOS-Version entfernt.

Die Ankündigung von Apple hat mir aber meine vor sich hin schlummerte Aperture-Bilddatenbank wieder ins Bewusstsein gerückt. In den letzten Jahren hatte ich zwar immer wieder hie und da ein Bild oder eine Bildersammlung daraus nach Lightroom gebracht, aber bei der gesamten Datenbank hatte ich mir nie eine komplette Migration angetan. Mir war immer klar, dass ich niemals die kompletten Inhalt von Aperture nach Lightroom bringen musste oder gar wollte. Als bei mir die endgültige Entscheidung für Lightroom viel, hatte ich damals einfach einen komplett neuen und leeren Lightroom-Katalog begonnen.

Nachdem ich also vom Aus von Aperture gelesen hatte, blätterte ich meine verbleibende Aperture-Mediathek durch und bin zu dem Endschluss gekommen, dass es für mich sehr interessant wäre, diese Datenbank in nächster Zeit immer wieder nach, aus heutiger Sicht brauchbaren und verwertbarem Bildmaterial durchzusehen. Auch wenn ich eine eher kleine Datenbank hatte, mit ca. 36.000 Fotografien, so ist das nichts, was man an einem Nachmittag durchsehen kann oder gar möchte. Die ältesten Fotografien in dieser Datenbank sind aus dem Jahr 1999 und die letzten in Aperture verwalteten Arbeiten sind aus dem Jahr 2014. Eine lange Zeitspanne und eine ganz Menge digitaler Daten.

Ich bin neugierig geworden auf meine alten Arbeiten, die ja heute 2019 im digitalen Zeitalter schon als „alt“, ich bezeichne das mal als „digital vintage“ einzustufen sind. Aus der Neugier ist für mich ein Projekt, eine Aufgabe entstanden, die mich in der nächsten Zeit immer wieder auf Motivsuche in der Mediathek von Aperture gehen lassen wird. Was ich dort suche sind alte fotografische Arbeiten von mir, die sich in meine heutige Fotografie einbinden lassen. Mein Zugang zur Fotografie hat sich ja gerade im letzten halben Jahrzehnt sehr gewandelt und ich bin sehr gespannt, welche alten „digital vintage“ Arbeiten sich in meine heutige Arbeitsweise, Schwarz/Weiss und Quadrat integrieren lassen werden.

Die Motivsuche in Aperture ist eröffnet und den Anfang macht Bildmaterial aus den Jahren 2003 und 2005.

Graureiher | Gray heron #1, Wienfluss Gebiet | Vienna River Area | Vienna | Austria. 2005 - No.: 701Graureiher | Gray heron #2, Wienfluss Gebiet | Vienna River Area | Vienna | Austria. 2003 - No.: 702
Graureiher | Gray heron #3, Wienfluss Gebiet | Vienna River Area | Vienna | Austria. 2003 - No.: 703Graureiher | Gray heron #4, Wienfluss Gebiet | Vienna River Area | Vienna | Austria. 2003 - No.: 704Graureiher | Gray heron #5, Wienfluss Gebiet | Vienna River Area | Vienna | Austria. 2003 - No.: 705Graureiher | Gray heron #6, Wienfluss Gebiet | Vienna River Area | Vienna | Austria. 2005 - No.: 706


Tierfotografie ist mir ja nie so gelegen und liegt mir heute eigentlich auch nicht und beschränkt sich bei mir immer ganz bewusst auf „Zufallsbegegnungen“. Das liegt bei mir einfach daran, dass ich für mich persönlich finde, dass die Tierfotografie eher etwas dokumentarisches an sich hat und in meinem Verständnis eher nicht dazu geeignet ist, um sich als Fotograf mittels einem Tierfoto fotografisch und künstlerisch auszudrücken. Damit möchte ich natürlich nicht die Tierfotografie an sich schmäler und klein machen, es hat sich für mich einfach erwiesen, dass ich mit diesem Genre nicht kompatibel bin. Es gibt genug andere Fotografen, die aus meiner Sicht ansprechende Arbeiten in der Tierfotografie machen, da muss und kann ich auch nicht mitmischen.

Trotzdem finde ich diese alten „digital vintage“ Fotografien von zufälligen Begegnungen mit Graureihern in der jetzigen Form und Ausarbeitung ansprechend und sie sind mir sogar jeweils einen Print wert gewesen.

Diese Fotografien findet Ihr in der Rubrik "
New Prints".

In diesem Sinne bis zum nächsten Mal ....

Gut Licht
Herbert


PS:
Für Alle, die keine Ahnung haben was Aperture eigentlich war, werft doch einen Blick auf die Erklärung dazu auf Wikipedia. Es ist ein Stück Software-Geschichte in der Ära der digitalen Fotografie und war noch vor Lightroom verfügbar.
Infos zu Aperture

Texthinweis: Dieser und andere Texte stellen meine ganz persönliche Meinung dar und drehen sich um Dinge, die mich im Rahmen der Fotografie, ZEN und 42 beschäftigen und werden von mir immer absolut subjektiv wiedergegeben. Klar dabei ist, dass weder ich, noch irgendjemand anderer einen Anspruch auf die ultimative Wahrheit hat.

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