Rückblende 2018.178

Gleich zweimal hatte ich letztens mit unterschiedlichen Fotografen ein Gespräch zum Thema „Prints selber machen“. Bei diesem Thema erkläre ich mich eindeutig befangen und zwar im positiven Sinne. Bei Gesprächen zu diesem Thema tauchen natürlich immer wieder Fragen auf wie z.B.

„Werde ich genug drucken, damit sich die Anschaffung eines Druckers rechtfertigt?“,
„Wie ist das mit dem Eintrocknen der Tinte?“,
„Wie schaut es mit dem Platzbedarf aus?“,
„Welchen Drucker sollte ich mir, wenn zulegen?“,
„Selber drucken ist doch teuer,oder?“
„Da muss man ja auch einiges neues Lernen, wenn man selber drucken möchte?“.

Um ein besserer Fotograf oder eine bessere Fotografin zu werden gibt es mit Sicherheit unzählige Wege. Ein Weg ist es, sich einen eigenen Drucker anzuschaffen und beginnen die eigenen Arbeiten selbst auf Papier zu bringen. So hat sich für mich auch der Kreis(lauf) zu besseren Fotografien geschlossen. Die Frage, ob man genug Drucken wird, die kann ich mit einem lauten „
JA“ beantworten. Hat man so ein Ding mal, dann druckt man auch und das ist auch gut so.

Klar werdet Ihr Euch, egal welchen Drucker, welcher Marke Ihr Euch zulegt immer wieder, mehr oder weniger mit der Thematik der verstopften und eingetrockneten Düsen beschäftigen müssen. Das ist einfach so, dass lässt sich nicht verhindern und ist bei fast jedem Druckerbesitzer irgendwie anders. Selbst, wenn zwei den gleichen Drucker haben. Platz braucht so ein Ding natürlich auch, das ist klar. Aber bitte überlegt es Euch gut, nur einen A3+ Fotodrucker zu kaufen. Leute, die meisten von Euch haben mittlerweile mind. 22MP in der Kamera, Ihr könnt damit locker ein A2 bespielen. Klar, der A2 Drucker kostet Euch zunächst etwas mehr, aber der Druckersaft, die Tinte wird einfach mit größeren Tintentanks günstiger. Kleiner als A2 könnt Ihr ja auch mit einem A2-Drucker printen, nur eben günstiger.

Welchen Drucker man sich kaufen soll, dafür gibt es keine pauschale Antwort. Soll der Drucker auf einem normalen Tisch Platz finden, dann ist das Angebot sehr
„überschaubar“. Zwei Modelle, von zwei Herstellern und doch gibt es viele Unterschiede. Manche kaufen den einen, manche eben den anderen Drucker. Mit Sicherheit kann ich behaupten, dass beide dazu imstande sind, wunderschöne Prints von Euren Fotografien anzufertigen. Vollkommen egal, welche Marke Ihr Euch zulegt, lasst Euch dabei auch nicht davon beeinflussen, wenn ein Fotograf einen bestimmten Printer nutzt. Das sind immer sehr individuelle und oft nicht unbedingt rationelle Kaufentscheidungen gewesen, also trefft hier aufgrund Eurer eigenen Anforderungen eine Entscheidung. Klar, ist selber drucken teurer, als wenn Ihr mit Euren Bildern zu einem Diskonter um die Ecke geht oder via Online-Bilderdienst Eure Fotos drucken lässt. Dafür habt Ihr aber die volle Kontrolle über das, was aus dem Drucker herauskommt. Juckt Euch das Selber Drucken“, dann müsst Ihr Euch auch das notwenige Wissen aneignen, das ist einfach so. Fotografieren habt Ihr ja auch gelernt! Und Alle Fotografen*Innen, die ich mit dem Druck-Virus infiziert hatte, haben es auch geschafft es zu lernen und bringen Ihre Fotografien selbstständig aufs Papier, also keine unmögliche Sache. Autofahren lernen ist mit Sicherheit komplizierter und auch wesentlich gefährlicher. Um es mit den abgewandelten Worten eines kleinen grünen Jedi-Meisters zu sagen „Druckt oder druckt nicht, es gibt kein Versuchen!!“

Coole Sache, eine Ausstellung mit den eigenen Fotografien. Nachdem nun die Ausstellung einer meiner Teilnehmerinnen -
brigitteneulinger.com - wirklich super angelaufen ist, kann ich nur jeden der seine Fotografien nicht nur im digitalen Misthaufen des Internets herzeigen möchte, dazu anregen, die Sache mit einer eigenen Ausstellung auch mal anzugehen. Dabei geht es nicht darum gleich groß auf den Putz zu hauen, sondern einfach mal den Schritt in die nicht digitale Öffentlichkeit mit seinen eigenen Fotografien zu wagen. Brigittes Ausstellungseröffnung war jedenfalls, eine super Sache und es hat mich auch sehr gefreut, dass ich dabei auch ein paar Worte zu Brigitte und Ihren Fotografien sagen durfte. Die Ausstellung von Brigitte läuft noch bis 15.8.2018, wenn Ihr in der Gegend seit schaut dort mal vorbei und gönnt Euch anschliessend einen Kaffee oder ein kühles Bierchen. In den nächsten 12 Monaten gibt es ja von mir auch zwei Ausstellungs-Termine, wo und wann genau, darüber informiere ich Euch noch rechtzeitig.

Im Vorfeld zur Ausstellungseröffnung von Brigitte, hatte ich die
Bildbesprechung an den Ort der Ausstellung verlegt. Die Galerie Medio2, in der Sie Ihre Fotografien ausstellt befindet sich ja in den Räumlichkeiten des Gasthofes Rahofer in Kronstorf. Da es sommerlich warm war, besetzten wir für unsere Bildbesprechung im hinteren Teil des Gasthofes einen Tisch. Fünf Fotografinnen und Fotografen haben mit Ihren Aufnahmen, Gedanken und Aussagen rund um die gezeigten Fotografien die Bildbesprechung wieder zu einer lehrreichen und interessanten Veranstaltung gemacht. Im Gegensatz zur Wohlfühl-Szene in den sozialen Netzwerken hat man hier wirklich Bilder vor sich, man kann live und lebhaft über die Fotografien diskutieren und sich im Gespräch neue Zugänge zur Fotografie eröffnen. Die Gedanken- und Erkenntnisse, die man bei solchen Bildbesprechungen hat sind oft sehr wichtig für die eigene Fotografie, auch wenn man das nicht unbedingt sofort merkt. Manches dauert eine Weile, aber Aussagen und Gedanken der Anderen zu den eigenen Fotos fruchten doch meist, wenn auch manchmal erst etwas später. Um hier auch selbst öfter in den Genuss dieser Bildbesprechungen zu kommen, habe ich mich ja entschlossen bis Ende des Jahres meinen zweimonatlichen Rhythmus bei den Termine auf monatliche Bildbesprechungen umzustellen.

Da ich ja für mich, in den letzten Jahren, endlich die Fessel des
„Naturfotografen“ losgeworden bin, konnte ich für mich auch nach anderen Motiven meine Augen offen halten. Zum Thema „Warum ich kein Naturfotograf bin...“ kommt noch mal ein extra Text, irgendwann..... Da ich ja nie wirklich eingesehen hatte, warum auf Fotografien Dinge nicht einfach auch mal schief, verbogen oder sogar verzerrt sein dürfen, konnte ich mit der klassischen Architekturfotografie nie richtig etwas anfangen. Wobei für mich die Architekturfotografie ungefähr so definiert war. „Architektur-Fotografie, das sind Fotografien von realen Gebäuden und in der Planungsphase auch von Modellen sowie Bauphasen in der Entstehungszeit. Meist werden die Objekte in der Zentralperspektive aufgenommen, wie es ein menschlicher Betrachter sehen würde“. Soviel ist mir in den letzten Jahren klar geworden, ich möchte, wenn ich Gebäude fotografiere, diese nicht einfach so aufnehmen, wie sie da in der Landschaft stehen. Mein Ding, ist da eher die Sache, die sich hinter dem Begriff „künstlerische Architekturfotografie“ verbirgt. Zugegeben, eine etwas schwammige Definition, aber alles was mit Kunst zu tun hat, lässt sich ja eh nicht so wirklich festmachen. Solche Fotografien sind sicherlich nichts, wenn man einen Architekturfotografie-Auftrag bedienen muss. Zum Glück mache ich ja so etwas überhaupt nicht und kann daher Bauwerke und Gebäude für mich ganz persönlich interpretieren.

Anton Bruckner Private University Linz Study Nr. 2018-12, Linz, Upper Austria, Austria. 2018Anton Bruckner Private University Linz Study Nr. 2018-11, Linz, Upper Austria, Austria. 2018Anton Bruckner Private University Linz Study Nr. 2018-10, Linz, Upper Austria, Austria. 2018


Es hat begonnen. Klingt etwas theatralisch, ist aber nicht ganz so theatralisch. Wobei spannend wird es auf alle Fälle, dass kann ich nach zwei Terminen rund um den Workshop
Fotografieren - Drucken - Ausstellen schon sagen. Den die Bilder, die ich von Brigitte, Friedrich, Christian, Maurus und Alex beim ersten Treffen gesehen hatte, lassen auf Interessante Fotografien rund um das Thema „Naturschauplätze Oberösterreich“ schliessen. Beim letzten Zusammentreffen mit einem Teil dieser Workshop-Gruppe ist auch wieder mal die Frage aufgetaucht „Warum man eigentlich fotografiert?“, bzw. „Warum man eigentlich ein bestimmtes Motiv überhaupt fotografiert?“. Beides wichtige Fragen, die man sich als Fotograf*In sicherlich irgendwann, bzw. beim Fotografieren immer wieder stellen muss! Habt Ihr Euch schon mal diese Frage gestellt und wenn ja, konntet Ihr diese Frage für Euch auch mit etwas tiefsinnigeren als einfach nur „He, ich hab einfach Spass am Fotografieren“ für Euch beantworten?

Noch ein Gedanke ist mir letztens bei einem Gespräch mit einem meiner Workshop-Teilnehmer durch den Kopf gegangen. In manchen Unterhaltung zeigt sich oft immer, dass sich Fotograf*Innen nicht genug Zeit nehmen um ein Motiv in erster Linie zu inspizieren und in zweiter Linie dann auch zu fotografieren. Alles was sich hier um die Berufsfotografie dreht, klammere ich hier mal aus. Denn erstens geht es mir hier nicht um Berufsfotografen und zweitens ist eh klar, dass dabei andere Bedingungen herrschen bei der Herstellung von Auftragsarbeiten. Aber gerade in der Amateurfotografie wird sehr oft auch nur ein Foto von einem Motiv gemacht und Ende. Hinterher erkennt man dann, dass z.B. ein halber Meter weiter nach links der Ausschnitt und dadurch das Bild doch wesentlich besser geworden wären. Nur ist es dann oft schon zu spät um sich um einen anderen Ausschnitt zu kümmern.

Warum dann die Hektik beim Fotografieren? Klar, viele kommen nur im Urlaub dazu, aber hat man im Urlaub nicht Zeit? Urlaub bedeutet doch vor allem Freizeit, oder habe ich da etwas falsch verstanden? Sicherlich, wenn man mit der Familie im Urlaub unterwegs ist, kann man nicht den ganzen Tag ausschliesslich der Fotografie nachgehen, aber ein wenig Zeit wird man sich doch lassen können, wenn man schon die Kamera umgehängt hat und in der Fremde unterwegs ist? Sich mehr Zeit lassen, bedeutet meiner Erfahrung nach auch das besserer Foto zu machen.

Gut Licht & Happy Printing
Eurer Herbert

Alle bisherigen Rückblenden...

PS: Letztens hatte ich ja die Frage gestellt, was es mit der Nummerierung meiner Rückblenden auf sich hat. Heute, möchte ich die Frage stellen, ob jemand dahinter kommt, woher ich diese Art der Nummerierung übernommen habe und warum ich das eigentlich so nummeriere? Wer das bis zum Sonntag, 1.8.2018 herausfindet, gewinnt wieder einen meiner Prints aus dem
Print-Portfolio. Welchen Print kann er oder sie sich natürlich dann selbst aussuchen!

Texthinweis: Dieser und andere Texte stellen meine ganz persönliche Meinung dar und drehen sich um Dinge, die mich im Rahmen der Fotografie beschäftigen und werden von mir immer absolut subjektiv wiedergegeben. Klar dabei ist, dass weder ich, noch irgendjemand anderer einen Anspruch auf die ultimative Wahrheit hat.

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