Es ist keine Kunst, es ist einfach nur Photographie...


ca. 60 Tage bis zur nächsten Ausstellung

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In ein paar Tagen ist für mich Reaktionsschluss was weiteres oder neues Bildmaterial für meine nächste Ausstellung Ende Februar 2022 in der Tummelplatz Galerie anbelangt. Das bedeutet für mich, es beginnt die Zeit, in der ich mich mit dem aufgenommenen Bildmaterial ausgiebigst beschäftigen werden muss.

ausstellung - die ästhetik der freileitung.jpg

Viele verschiedene Entscheidungen stehen dann an. Anzahl der Bilder, Bildgrösse, Rahmengrösse, mit oder ohne Passepartout, auf welchem Papier werde ich die Bilder in der Ausstellung drucken und noch etliche andere Überlegungen, die wichtig sind für eine Ausstellung.

Etwas, dass ich den letzten Jahren immer wieder bemerkt habe, ist die Tatsache, dass ich meine Arbeiten wirklich ausdrucken muss um sie beurteilen zu können. So manche Schwäche an einem Bild zeigt sich eigentlich erst am Papier. Bildfehler, die durch die Bearbeitung oder durch das Übersehen von Flecken oder unerwünschter anderer Kleinigkeiten am Bild entstehen, sind meiner Erfahrung nach wesentlich besser auf Papier erkennbar.

Am Computerbildschirm zeigen sich Bilder immer von ihrer besten Seite und durch die Strahlkraft des Bildschirm übersieht man einfach auch viele störende Einzelheiten. Diese störenden Dinge springen einem oft erst beim Print auf Papier so richtig entgegen.

Eigentlich ist das ein Prozedere, dass ich durchaus für jedes Bild, dass man bearbeitet empfehlen kann. Ausdrucken, begutachten und eventuell eine Zeit damit leben. Man merkt dann oft wie sich der Eindruck eines gedruckten Bildes über die Tage verändert. Wenn einem dann der Print nach ein paar Tagen noch gefällt, dann ist es gut. Ansonsten sollte man sich die Bildauswahl und/oder diese speziele Ausarbeitung nochmal ganz genau ansehen.

Irgendwie ist die Schlussphase vor einer Ausstellung auch immer eine Phase, die zumindest ich, bei meinen eigenen Ausstellungen immer wieder etwas vor mir herschiebe. Aber letztendlich schafft ein Blick in den Kalender und die darin sichtbar gemachte verbleibende Zeit bis zur Eröffnung doch Klarheit und bringt die ganze Sache letztendlich in Bewegung.

Ein wichtiger Vorgang in der nächsten Zeit wird es sein, meine Gedanken zu Ausstellung auch in meinen Bildern wiederzufinden...

„Als Landschaftsfotograf lag es früher in meinem Interesse diese anthropogen-technischen Landschaftselemente durch bildkompositorische Kniffe oder durch den nachträglichen Beschnitt auszublenden. Auf den fertigen Photographien sollten ja Naturlandschaften zu sehen sein und auch der Eindruck von unberührter Natur sollte beim Betrachter entstehen.

Vor einigen Jahren beschloss ich aber, anstatt diese technischen Landschaftselemente bei meinen Aufnahmen absichtlich auszublenden, genau das Gegenteil zu tun. Ich machte mich auf die Suche nach Motivmöglichkeiten, die sich durch das Einbeziehen der Freileitungen in die Bildkomposition ergeben würden. Dabei entdeckte ich, eine für mich vorher verborgene Ästhetik der Freileitung.

Für mich persönlich liegt in der Entdeckung dieser Ästhetik die Erkenntnis, dass es durchaus möglich ist, auf ein früher absolut störendes Element einen völlig anderen Blick entwickeln zu können.

Über das Entsetzen der Erdkabel-Fraktion darüber, dass jemand in Freileitungen und deren dazugehörigen Bauwerken eine Ästhetik finden kann, bin ich mir vollkommen bewusst. Doch weder eine Befürwortung der Erdkabel-Fraktion, noch der, der Freileitungenbefürworter liegt in meinem Interesse. Meine photographischen Arbeiten zum Thema Freileitungen brechen keine Lanze, für keine der beiden Fraktionen. Zumal ja Freileitungen nicht immer nur Stromleitungen sind.

Für mich waren die Aufnahmen auch in gewisser Weise ein Experiment. Wird es zu einer ästhetischen Wechselwirkung zwischen mir und dem Motiv kommen? Das war eine wichtige Frage am Anfang dieses Projekts für mich.“

Die Ausstellung wird es zeigen.


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