Es ist keine Kunst, es ist einfach nur Photographie...
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Projekt WIENER TIERSCHUTZHAUS - TIERSCHUTZ AUSTRIA

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Den meisten WienerInnen und ÖsterreichInnen ist das Wiener Tierschutzhaus ein Begriff. Der frühere Standort des Tierschutzhauses am Khleslplatz war fixer Bestandteil der WienerInnen, wenn es um das Thema Tierschutz ging. Seit über 23 Jahren befindet sich das Wiener Tierschutzhaus nun aber schon an einem anderem Standort, auf einem als Bauareal von der Gemeinde Wien zur Verfügung gestellten Grundstück in Vösendorf. Obwohl ich selbst sehr lange Zeit mit einem tierischen Mitbewohner, einem Kater, aus dem Wiener Tierschutzhaus meine Wohnung teilte, so hatte ich lange Jahre keinerlei Berührungspunkte mehr mit dieser Wiener Institution.

Völlig unerwartet und überraschend hatte sich das aber vor über gut zwölf Jahren plötzlich geändert.

Das Wiener Tierschutzhaus trat für mich wieder in den Fokus, als ich bei einem Verkehsrunfall Zeuge wurde. Ein großer schwarzer freilaufender Hund und ein PKW waren im Bereich der Triesterstrasse/Kundratstrasse zusammengeprallt. Das Tier wurde von einem PKW mitten auf der Strasse erfasst und durch den Zusammenstoss schwer verletzt. Der Hund hatte nun dringend Hilfe nötig und nachdem mir ein Passant beim Einladen dieses schweren Hundes in meinen PKW geholfen hatte, raste ich auf halsbrecherische Art und Weise und mit vollkommen überhöhter Geschwindigkeit die Triesterstrasse stadtauswärts, in Richtung des Wiener Tierschutzhauses in Vösendorf.

Dort eingetroffen musste ich nicht viel erklären „Hund, vom Auto angefahren - schwer verletzt“. Mehr Informationen war für die MitarbeiterInnen am Empfang des Tierschutzhauses nicht notwendig. Tierarzt und Pfleger waren innerhalb kürzester Zeit am Wagen und hievten den großen, schwarzen und schwer verletzten Hund von meinem Rücksitz.

Die Tierärzte und das Pflegepersonal widmeten ihre ganze Aufmerksamkeit der Behandlung dieses Hundes. Ich selbst konnte nun nichts mehr für den Hund tun und trat zurück um den Helfern Raum und Platz für deren Arbeit zu machen. Leider war der Hund durch den Unfall so schwer verletzt, dass nichts mehr für ihn unternommen werden konnte. Die inneren Verletzungen dieses Tieres würden tödlich sein. Um diesem armen Tier weiters Leiden zu ersparen wurde vom tierärztlichen Personal beschlossen, dass der Hund zum Leidwesen aller Anwesenden eingeschläfert werden müsste.

Niedergeschlagenheit machte sich nun in der Tierarztordination breit. Am Empfang beschrieb ich noch den Hergang des Unfalls und hinterließ meine Daten, falls jemand Fragen zu dem Hund hatte oder Informationen zum Unfall benötigte.

Obwohl der Hund trotz aller Bemühungen letztendlich verstorben war, so hatte mich das Tierschutzhaus doch sehr beeindruckt. Die Hingabe und die Bereitschaft aller Beteiligten sofort helfen zu wollen hallte noch einige Zeit bei mir nach.

Einige Wochen später rief mich die Hundehalterin dieses armen Tieres an und erkundigte sich über den Unfall und die Umstände, die zum Tod ihres Hundes geführt hatten. Ein lauter Knall hatte dazu geführt, dass sich der Hund von ihr losgerissen hatte und letztendlich mitten in der Triesterstrasse in ein fahrendes Auto gelaufen war. Das Telefonat endete für uns beide in gedrückter Stimmung.

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Dieser Anruf rief mir das Tierschutzhaus wieder ins Bewusstsein. In der nächsten Zeit ging mir die ganze Sache immer wieder durch den Kopf. Irgendwann war die Idee geboren, dass Wiener Tierschutzhaus und seine vielfältigen Insassen photographisch zu porträtieren. Nachdem die Tierheimleitung zugestimmt hatte widmete ich mich zwischen 2008 und 2012 dieser Thematik. Aufgrund von persönlichen Veränderungen in den darauffolgenden Jahren, kam die photographische Arbeit an diesem Projekt für einige Jahre zum Stillstand.

Im Jahr 2020, einige Zeit noch bevor die WHO COVID-19 als weltweite Pandemie einstufte, fielen mir diese Aufnahmen wieder in die Hände. Ich wollte meine Arbeit an diesem Projekt abschliessen und nachdem erneuten Kontakt mit der Tierheimleitung stand der weiteren Photographie im Wiener Tierschutzhaus nichts mehr im Wege. Die weiteren Lockdowns und die damit einhergehenden Einschränkungen in Österreich verzögerten die eigentliche Projektweiterführung dann noch bis in den Sommer hinein.

2021 feiert der Wiener Tierschutzverein sein 175 jähriges Bestehen und am Ende des Projekts sollte eine Ausstellung mit meinen Arbeiten aus dem Tierschutzhaus stehen. Die COVID-19 Pandemie verzögert nun alles und es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis es zu einem Abschluss kommen wird.

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Als ich dieses Projekt begann, war ich davon sehr überrascht, dass das Tierschutzhaus viel mehr als nur Haustiere, wie Katzen, Hunde oder andere Kleintiere beherbergte. Eine Vielzahl von Exoten, Nutztieren und auch Wildtieren sind dort immer wieder untergebracht. Mittlerweile wäre ja für den Fortbestand des Tierschutzhauses auch ein neuer Standort dringend notwendig. Viele Gebäudetrakte sind auf wirtschaftliche Art und Weise nicht mehr zu sanieren. Auch das Grundstück, dass am Gelände der ehemaligen Raffinerie Vösendorf liegt steckt voller problematischer Altlasten.

Bei Hitze und starkem Regen wölben sich die Teerblasen unterhalb des Bodens wie riesige Maulwurfshügel und brechen an vielen Stellen wie Lava durch den Boden und bahnen sich ihren Weg über das Gelände. Der Boden unter dem Tierschutzhaus ist bis in beachtliche Tiefe mit den verschiedensten Altlasten kontaminiert.

Das Tierschutzhaus, die Tiere und die Menschen die sich bei ihrer täglichen Arbeit dem Wohle der dort lebenden Tiere verschrieben haben brauchen die öffentliche Aufmerksamkeit und auch finanzielle Unterstützung um den Gedanken des Tierschutzes, wie in den letzten 175 Jahren weiter am Leben erhalten zu können. Mit den Bildern aus diesem Projekt möchte ich das Tierschutzhaus unterstützen damit es weiterhin die Aufmerksamkeit bekommt, die es auch in Zukunft verdient.

Langsam aber sicher neigt sich dieses Projekt dem Ende zu. Der Reaktionsschluss in Sachen Photographie ist vorbei. Jetzt gilt es aus den vorhanden Arbeiten eine Zusammenstellung für die Ausstellung im Wiener Tierschutzhaus zu machen.

Losgehen wird es aller Vorausicht nach mit der Ausstellung im Wiener Tierschutzhaus am Mo 4.10.2021, dem heurigen Welttierschutz Tag.

Euer Herbert


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