01.01.2026 | Herbert Koeppel (Fotografie und Text)
Der „Print des Monats“ ist meine Einladung, Fotografie wieder als greifbares Erlebnis zu entdecken – jenseits von Bildschirmen und flüchtigen Klicks. Für mich findet ein fotografisches Werk seinen wahren Abschluss erst auf Papier. Dieses Projekt ist daher auch ein kleines Statement gegen die digitale Beliebigkeit. Um mehr echte Bilder in die Welt zu bringen, biete ich den Print des Monats kostenlos an – als Ausdruck meiner Überzeugung und Leidenschaft für das gedruckte Bild.
Manchmal liegt die Wirkung eines Bildes nicht in dem, was es zeigt, sondern darin, wie es die Realität vereinfacht. In dieser Schwarz-Weiß-Aufnahme einer vom Wind geformten Schneelandschaft wird deutlich, wie grafische Reduktion ein Motiv aus seinem vertrauten Kontext lösen kann.
Im Unklaren
Beim ersten Betrachten lässt uns das Bild im Unklaren:Ist es zerknitterter Stoff, gefaltetes Papier oder eine Gebirgskette? Man reagiert nicht mehr nur auf das Objekt „Schnee“, sondern auf die puren Elemente der Gestaltung: Formen, Linien und Kontraste.
Linie und Dynamik
Das dominierende Element der Komposition ist die scharfe, fast flügelartige Gratekante, die das Bild diagonal durchschneidet. Sie fungiert als visuelles Rückgrat. Die Diagonale erzeugt eine unmittelbare Dynamik und trennt das Bildfeld in zwei Bereiche – eine sanft modellierte Fläche aus Licht und Schatten auf der einen Seite und einen Bereich voller texturaler Struktur auf der anderen.
Tiefe
Die Wirkung entsteht maßgeblich durch das Zusammenspiel der Tonwerte. Der schwere, fast tonlose dunkle Rand am oberen Bildende drückt visuell auf die helle Fläche herab. Dieser Kontrast lässt den Schnee nicht nur heller erscheinen, sondern verleiht ihm Leuchtkraft. Innerhalb dieser weißen Flächen offenbaren sich viele Graustufen. Es sind diese feinen Abstufungen, die der Fotografie – eigentlich ein flaches Medium – eine dreidimensionale Tiefe verleihen. Der Schnee wird hier nicht als bloßer Naturstoff gezeigt, sondern als formbares Medium, das Licht erst sichtbar macht.
Ein Zustand
In der Reduktion liegt die Wirkung des Bildes. Es will nichts erklären und keine oberflächliche Geschichte erzählen. Stattdessen lädt es zur Betrachtung ein. Betrachter:innen erleben weniger eine Landschaft als vielmehr einen Zustand – Stille, verdichtet zu einer dreidimensional wirkenden Fotografie.
Limitierungen bei Prints sind eigentlich nicht so mein „Ding“. Beim Gratis Print des Monats ist die Auflage aber immer begrenzt Nicht, weil ich dadurch finanziell profitieren möchte, sondern einfach, weil ich die Prints verschenke und meine Ressourcen eben begrenzt sind. Das Projekt „Gratis Print des Monats“ kann man zwar mit einer Spende unterstützen – muss man aber nicht.
Ausgabe 22 ist auf 13 Stück begrenzt.
Bildformat 24x24cm mit Weissrand auf 30x30cm auf mattem Photo-Papier beschriftet, signiert und nummeriert auf der Rückseite.
Man kann das Projekt „Gratis Print des Monats“ ja, wenn man möchte, mit einer Spende unterstützen, aber man muss nicht. Einzig, falls ihr Euch das Bild zuschicken lässt, dann übernehmt ihr die Versandkosten (AT - € 11,- / EU - € 16,-)
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